Studierendenvertretungen in Hessen fordern Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte

Gießen. Die LandesAStenKonferenz Hessen (LAK) hat dem hessischen Wissenschaftsminister Timon Gremmels Ende letzter Woche eine Stellungnahme übermittelt, in der sich die Studierendenvertretungen des Landes klar für die Aufnahme studentischer Hilfskräfte in den Tarifvertrag Hessen (TV-H) aussprechen. Damit unterstützen sie die Forderungen der Gewerkschaften in der laufenden Tarifrunde. Hintergrund ist die Lebensrealität vieler Studierender in Hessen: Rund ein Drittel gilt als armutsgefährdet, während Mieten und Lebenshaltungskosten in vielen Hochschulstädten weiter steigen. Für viele Studierende sind Nebenjobs deshalb keine freiwillige Ergänzung zum Studium, sondern Voraussetzung dafür, überhaupt studieren zu können. Besonders häufig arbeiten Studierende als studentische Hilfskräfte an den Hochschulen – mehr als 12.000 allein in Hessen. „Viele Studierende sind auf Nebenjobs angewiesen, um ihre Miete und ihren Lebensunterhalt zu bezahlen. Dass ausgerechnet das Land Hessen die eigenen Beschäftigten ohne tariflichen Schutz arbeiten lässt, ist verantwortungslos“, erklärt Louisa von der Mark für die LandesAStenKonferenz. „Die soziale Lage vieler Studierender verschärft sich seit Jahren. Trotzdem passiert politisch viel zu wenig. Dass bis heute kein Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte existiert, ist ein Skandal.“

Scharfe Kritik übt die LandesAStenKonferenz auch am Umgang des Wissenschaftsministers mit den Studierendenvertretungen. Ein bereits vereinbartes Gespräch u.a. über die Situation studentischer Beschäftigter wurde zunächst verschoben und schließlich abgesagt. „Dass der Minister unsere Perspektive darauf nicht hören will, ist für uns unverständlich und nicht nachvollziehbar“, so Luc Labonte, Vorsitzender der LandesAStenKonferenz Hessen. „Deshalb haben wir unsere Position nun schriftlich an das Ministerium übermittelt.“ Die Studierendenvertretungen erwarten von der Landesregierung, die Aufnahme studentischer Hilfskräfte in den TV-H in der laufenden Tarifrunde aktiv zu unterstützen. „Das Land erwartet Tariftreue von privaten Unternehmen. Dann muss es diese Verantwortung auch gegenüber den eigenen Beschäftigten wahrnehmen“, so von der Mark abschließend.